Manipulation, Kontrolle und Eifersucht – das sind alles wesentliche Bestandteile einer toxischen Beziehung. Diese kommen häufiger vor als man erwartet. Toxische Beziehungen sind nicht nur schlecht und ungesund, sondern machen den betroffenen Personen das Leben zur Hölle. Eine toxische Beziehung zu verlassen und einen Neustart zu erlangen, ist sehr schwer. Im Folgenden haben wir für dich zusammengefasst, was genau eine toxische Beziehung ist, woran du erkennst, ob du in einer gefangen sind und auch wie du es schaffst, dich aus ihr zu lösen.
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Josua Leibrich ist Psychologe und nebenberuflicher Autor. Als Einzel- und Paartherapeut arbeitet er mit verhaltens- und schematherapeutischen Methoden in Würzburg. Es ist ihm ein Privileg, Menschen zu einem positiven Selbstverständnis zu führen und gemeinsam innovative Wege zu einzuschlagen. Detaillierte Informationen finden Sie auf seiner Homepage.
Toxische Beziehungen – was genau ist das eigentlich?
Es wird immer wieder von toxischen Beziehungen gesprochen, jedoch wissen viele gar nicht genau, was eine toxische Beziehung eigentlich ist. Eine klare Definition für toxische Beziehungen gibt es nicht. Was auf jeden Fall klar ist, ist, dass es eine Beziehung ist, die dir nicht guttut. Das Wort “toxisch” bedeutet so viel wie giftig oder schädlich. Eine toxische Beziehung ist eine dysfunktionale, destruktive Beziehung, in der die Bedürfnisse einer der beiden Partner*innen im Vordergrund stehen. Die des anderen Partners oder der anderen Partnerin werden nicht beachtet. Der bestimmende Part der Beziehung fordert alle seine Wünsche ein und möchte die andere Person kontrollieren und Macht ausüben. Hierbei hindert es ihn oder sie auch nicht davor, seinen Partner oder seine Partnerin emotional zu misshandeln.
Toxische Beziehung beschreibt ein Muster destruktiver Verhaltensweisen, die mindestens von einem Partner ausgeht und emotionalen Schaden verursachen kann. Eine komplementäre Dynamik tritt auf, wenn eine Seite dominant und kontrollierend ist, die andere Seite sich etwa schwach, unsicher, hilfsbedürftig fühlt. – Josua Leibrich
Eine toxische Beziehung ist also eine Form häuslicher Gewalt, bei der es jedoch nicht zu körperlicher, sondern zu psychischer Gewalt kommt. Psychische Gewalt kann jeder erleben, egal ob die Person weiblich oder männlich ist. Laut einer repräsentativen Umfrage in Deutschland aus dem Jahr 2004 sind Frauen jedoch deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Umfrage zeigte auf, dass jede zweite Frau bereits psychischer Gewalt ausgesetzt war. Des Weiteren ist es wichtig zu erwähnen, dass toxische Beziehungen nicht nur innerhalb Liebesbeziehungen, sondern auch in freundschaftlichen Verhältnissen, Familien und auch im Berufsleben vorkommen können.
Woran erkennt man eine toxische Beziehung?
Wenn du das Gefühl hast, etwas stimmt in deiner Beziehung nicht, solltest du auf gar keinen Fall wegschauen und deine Emotionen ignorieren. Natürlich kommt es hin und wieder zu kleinen Unstimmigkeiten oder auch großen Streits. Diese sind in den meisten Fällen aber nicht problematisch, sondern gehören zu jeder zwischenmenschlichen Beziehung dazu. Wenn dir die Beziehung mehr Anstrengung als Zufriedenheit bringt, ist dies ein dringendes Warnsignal. Anzeichen, die auf eine toxische Beziehung hindeuten können, haben wir hier für dich aufgelistet.
- Isolierung von Freunden und Familie: Oft will der toxische Part innerhalb einer Beziehung seinen Partner oder seine Partnerin nur für sich gewinnen, um somit sicherzugehen, dass sie oder er nur für ihn da ist. So entsteht häufig eine radikale Isolierung von Freunden und Familie, da der missbrauchte Partner oder Partnerin sich immer mehr von seiner oder ihrer Familie und Freundeskreis distanziert, um den Bedürfnissen des toxischen Partners gerecht zu werden.
- Abhängigkeit: Wenn du das Gefühl hast, dass du ohne deinen Partner oder deine Partnerin nicht mehr glücklich sein können oder die Aufmerksamkeit deines Partners oder deiner Partnerin unnormal wichtig erscheint, liegt eine große Abhängigkeit vor. Besonders, wenn die zuvor genannte Isolierung von Freunden und Familie eingetreten ist, wird diese Abhängigkeit noch einmal verstärkt.
- Manipulation: Es wird von Manipulation gesprochen, wenn dein Partner oder deine Partnerin oft lügt oder die Realität so verdreht, wie es ihm oder ihr passt. So kann es dazu kommen, dass du an deinen eigenen Handlungen und deinen Emotionen zweifeln und glauben, dass Fehler bei dir liegt. Gefühle oder Wahrnehmungen werden nicht ernst genommen oder abgesprochen. Sätze wie “Du bildest dir das nur ein” oder “Du redest mal wieder nur Blödsinn” sind hier typisch.
- Kontrolle durch den Partner: Oftmals will der toxische Partner oder die toxische Partnerin in einer Beziehung die Kontrolle über dich haben. Zu Beginn fragt er oder sie immer nach deinen Interessen und möchte deine Bedürfnisse stillen – er oder sie möchte dich rundum glücklich machen. Das erscheint im ersten Moment als etwas sehr Aufmerksames und es vermittelt dir, dass du den oder die Richtige an deiner Seite haben. Aber Achtung: Genau dann, wenn du dich komplettiert fühlen, zieht dein Partner oder deine Partnerin eine andere Seite auf und macht dir dein Leben zur Hölle.
- Extreme Stimmungsschwankungen: Du weißt nie, wie du deinen Partner oder deine Partnerin auffinden? In einen Moment wirst du von Liebe überschwemmt und im nächsten von Vorwürfen? Dadurch fühlt sich eine Beziehung wie eine Achterbahnfahrt an – mit Höhen und Tiefen. Nur fühlen sich die Höhen hier unglaublich hoch und die Tiefen zerschmetternd tief an.
- Du kannst nicht du selbst sein: In toxischen Beziehungen fühlt es sich oftmals so an, als ob man nicht man selbst sein kann, da man sich für den Partner oder die Partnerin so verändert, wie er oder sie es möchte. So verlierst du dich immer mehr in der Person, die du für deinen Partner oder deine Partnerin erschaffen haben. Jedoch sollte er der sie dich lieben, wie du eben bist.
Toxische Dynamiken zeigen sich häufig bei wechselseitigen rechtsartigen Streitigkeiten die nie enden, starken Macht- und Kontrollgefälle, trotz eigenem Wohlwollendes das Gegenüber beständig manipulativ oder suggestiv auftritt oder ein Partner sehr dominant, einschränkend oder sogar bedrohlich auftritt. Toxische Verhaltensmuster können auch beidseitig sein, färben sich manchmal auch über die Zeit auf den anderen Partner ab, der sich vielleicht zu Beginn der Beziehung sehr proaktiv, geduldig und wohlwollend verhielt. – Josua Leibrich
Ursachen für eine toxische Beziehung
Die Person in der Beziehung, die psychische Gewalt an seinem oder ihrem Partner oder Partnerin ausübt, hat dieses Verhaltensmuster womöglich in der Vergangenheit erlernt. Dies kann innerhalb der eigenen Familie oder auch in vergangenen Beziehungen vorgekommen sein. Aber auch Aneignung durch strukturelle Ungerechtigkeit in der Gesellschaft kann ein Grund für dieses Verhalten sein. Oftmals hassen sich die toxischen Personen in der Beziehung selbst und übertragen diese negativen Gefühle und narzisstischen Befindlichkeiten auf ihren Partner oder ihre Partnerin, um sich selbst nicht damit auseinandersetzen zu müssen.
Bei hoher Einseitigkeit verstecken sich hinter toxischem Handeln oft vermeintliche Selbstschutz-Taktiken, z.B. aus ängstlicher Erwartung (wieder) betrogen zu werden, eine hohe Anspruchshaltung an eine Partnerschaft, oder ein fragiler aber bedürftiger Selbstwert wie bei Narzissmus. Nicht nur bei Persönlichkeitsstörungen können solche Muster auftreten. – Josua Leibrich
Die missbrauchende Person tut dies, um alles loszuwerden, womit er oder sie nicht zurechtkommt, und holt sich im Gegenzug alles, was ihm oder ihr fehlt. Hier wird von Kraft, Lebensenergie, Anerkennung und Aufmerksamkeit gesprochen. Nichtsdestotrotz trägt die toxische Person die Verantwortung für diesen psychischen Missbrauch, egal warum sie besagte Verhaltensmuster entwickelt hat.
Wie verlasse ich eine toxische Beziehung und wie geht es danach weiter?
Du hast erkannt, dass du dich in einer giftigen Beziehung befinden und möchten sie nun verlassen? Und wie geht man danach am besten damit um?
- Schlussstrich ziehen und Kontaktabbruch: Jeder Mensch verdient eine Beziehung, in der es an Liebe und Respekt nicht fehlt. Ist dies bei dir nicht der Fall, ist eine Trennung die einzige sinnvolle Lösung, da psychische Gewalt ernste psychische sowie körperliche Folgen mit sich bringen kann. Ein radikaler Kontaktabbruch hilft wohl am besten, um sich voll und ganz wieder auf sich selbst zu konzentrieren und der toxischen Person keine Möglichkeit zu geben, wieder in dein Leben einzutreten.
- Ziehen Sie Ihre Freunde und Familie zu Rate: Unsere Freunde und unsere Familie kennen uns am besten. Sie können dich bestärken und dir bei Seite stehen, wenn du deine Entscheidung hinterfragen.
- Trauere, solange du musst: Es ist absolut natürlich, dass du nach einer Beziehung traurig bist. Schließlich hast du deinen Partner oder deine Partnerin aufrichtig geliebt, auch wenn es toxisch wurde. Vergesse nur nicht, am Ende deiner Trauer wieder nach oben zu schauen. Dabei kann auch eine Psychotherapie helfen.
Wenn alle Stricke reißen, sollte man seine eigenen Grenzen umsetzen und gegebenenfalls die Beziehung beenden, ohne weitere Gepflogenheiten bedienen zu müssen, wenn sich das Gegenüber ohnehin auf keine konstruktive Ebene einlässt. – Josua Leibrich
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